Für die Abschätzung geothermischer Ressourcen und Reserven (Hurter & Haenel 2002, Hurter & Schellschmidt 2003) sowie für fluiddynamische Fragestellungen ist eine möglichst genaue Kenntnis des Temperaturfeldes im Untergrund eine notwendige Voraussetzung. Die hierfür erforderlichen Temperaturdaten im Untergrund Deutschlands liegen in einer Datenbank bereit, die beim Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben (GGA-Institut) in Hannover vorgehalten und gepflegt wird. Sie wird seit 1977 kontinuierlich durch neue Werte, z.B. aus Forschungs- oder Industriebohrungen, erweitert und somit auf dem neuesten Stand gehalten. Die Temperaturdatenbank enthält gegenwärtig Daten aus rund 9.800 Bohrungen in ganz Deutschland (Schulz & Werner 1989, Schellschmidt et al. 2002).
Die Temperaturen des Untergrundes werden in Bohrungen auf unterschiedliche Arten ermittelt (Schulz & Schellschmidt 1991):
Es existieren noch keine einheitlichen und gesicherten Korrekturverfahren für Temperaturlogs (für das gesamte Bohrprofil), die noch durch Bohr-, Spül- oder Zementationsmaßnahmen gestört sind. Alle bohrtechnischen Maßnahmen, die über den gesamten Zeitraum der Bohrarbeiten das Temperaturfeld im näheren Bereich der Bohrung beeinflusst haben sowie ihr zeitlicher Ablauf, sind kaum mehr lückenlos in Erfahrung zu bringen. Dennoch werden zurzeit Erfolg versprechende Korrekturverfahren für gestörte Temperaturlogs am GGA-Institut entwickelt.
Im Gegensatz hierzu ist eine Korrektur (Extrapolation) der BHT-Werte möglich, da im Bohr-lochtiefsten der störende Einfluss des Spülungsumlaufs auf das Temperaturfeld am geringsten ist. In Abhängigkeit von der Stillstandzeit nach Bohrende, der Spüldauer (Spülungsumlauf) und der Anzahl der zur Verfügung stehenden BHT-Werte pro Tiefe werden unterschiedliche Extrapolationsverfahren (Schulz & Schellschmidt 1991 und Schulz et al. 1992) angewendet: (1) der "Explosionszylinderquellenansatz" (Leblanc et al. 1982), (2) die Annahme einer "kontinuierlichen Linienquelle" (Horner 1951) oder (3) einer "Explosionslinienquelle" (Lachenbruch und Brewer 1959) sowie (4) der "Zylinderquellenan-satz" (Middleton 1982) in Verbindung mit einer statistischen Auswertung aller verfügbaren Bohrlochdaten aus dem Untersuchungsgebiet.
Ein Großteil der Temperaturinformationen sind BHT-Werte aus Industriebohrungen. Aufgrund der Bohraktivitäten der Kohlenwasserstoff-Industrie, die sich auf die großen Sedimentbecken konzentriert (Norddeutsches Becken, Molassebecken, Rheingraben), ist die regionale Verteilung der Temperaturinformationen nicht einheitlich. In den Temperaturkarten für 1000 m, 2000 m und 3000 m Tiefe wird dies deutlich. Die Bohrungen mit Temperaturinformationen sind durch weiße Punkte markiert.
| Tiefe | 1000m | 2000m | 3000m |
|---|---|---|---|
| ohne Bohrungen | ![]() |
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| Download | (pdf 3,8MB, jpg 1,3MB) | (pdf 3,8MB, jpg 1,3MB) | (pdf 3,8MB, jpg 1,3MB) |
| mit Bohrungen | ![]() |
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| Download | (pdf 3,8MB, jpg 1,3MB) | (pdf 3,8MB, jpg 1,3MB) | (pdf 3,8MB, jpg 1,3MB) |
Temperaturen in 1000 m, 2000 m und 3000 m Tiefe können als Karten im Pdf- und jpg-Format herunter geladen werden. Die Originaldaten sind über das Internet nicht verfügbar, da diese auch vertrauliche Daten enthalten.